Pyroklastische Lava

Aug252014

Der Begriff „pyroklastisch“ leitet sich aus dem Griechischen „pyros“ (Feuer) und „klasto“ (Brocken) ab.

Entstehung und Eigenschaften

In Begleitung explosiver vulkanischer Eruptionen entsteht eine Feststoff-Gas -Dispersion. Deren Bestandteile sind Quarz, Feldspat und an Gas reiche Magmen. Dieses Phänomen kann sich in zwei Erscheinungsformen zeigen, einmal durch ballistischen Auswurf mit eventueller folgender Verdriftung durch Wind und Luftströmungen oder durch Fließen am Boden in Dichteströmen (Gas-Partikel-Gemische). Diese Vulkane fördern dabei eine besonders zähflüssige Lava, aus der Gase schlecht entweichen können. Die Lava quillt aus dem Förderschlot und schiebt sich um ihn herum auf, sodass ein Lavadom wächst. Dabei bilden sich Pyroklastische Ströme, indem von einem Lavadom große Gesteinspakete abbrechen. Explosionsartig wird das in der Lava gelöste Gas freigesetzt und das Lavagestein fragmentiert. Dieser Prozess hält an, während die ersten Lavabrocken zu Tal rasen. Daher wächst der pyroklastische Strom im Laufe seiner Abwärtsbewegung am Vulkanhang.
Ströme mit Temperaturen von 300 bis 800 °C und einer Viskosität tausende mal höher als Wasser pulverisieren alles, was ihre Zugbahn von 60 bis zu 250 km/h kreuzt. So wurden 1815 beim Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora 160 Kubikkilometer Pyroklastika ausgeworfen (deshalb auch vulkanisches Auswurfgestein genannt). Eine weltweite Klimakatastrophe mit einer Temperaturabsenkung um bis zu 5,5°C war die Folge.
Von Asche (feiner als 1/16 bis 2 mm) über Lapilli (4–64 mm) und feinen Blöcken (64–256 mm) bis zu groben Blöcken erstreckt sich dabei die Größe der dabei entstanden Pyroklasten. Letztere sind größer als 256 mm, und diese sollen hier interessieren.

Vorkommen

Über die Hälfte der 240 Millionen Einwohner Indonesiens leben auf der Hauptinsel Java im Indischen Ozean. Mit 38, teils erloschenen, teils noch aktiven Vulkanen, ist die Insel selbst fast zur Gänze vulkanischen Ursprungs. Viele Vulkane „produzierten“ hier Pyroklasten in einer Qualität, welche sich hervorragend zur Weiterverarbeitung eignet.

Anwendung

Der Bildhauerei wurde damit ein sehr gut zu bearbeitendes Steinmaterial zur Herstellung von Skulpturen in unterschiedlichster Farbgebung zur Verfügung gestellt.
Geprägt von Hinduismus und Buddhismus entstanden hier viele Steinfiguren aus der indischen Mythologie wie Buddha, Shiva, Ganesha, Durga, Vishnu und Rama. In dieser Tradition werden auf Java, jedoch auch auf anderen Inseln Indonesiens, heute noch an Verzierungen reiche, witterungsbeständige und frostsichere Skulpturen in Handarbeit hergestellt.

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