Kalkstein

Aug 26 2014

Kalkstein ist ein viel verwendeter Naturstein und kommt nahezu auf der ganzen Welt vor. Das Sendimentgestein hat wunderbare Eigenschaften, hinsichtlich Verarbeitungsmöglichkeiten und Witterungsbeständigkeit. Durch die meist leichte Verarbeitbarkeit, werden seit Jahrtausenden, aus unterschiedlichsten Kalkstein- und Marmorsorten, Brunnen, Steintröge und Skulpturen von Bildhauermeistern angefertigt. Diese dienen seit jeher, als Gestaltungselemente für Gärten und Parks.

Eigenschaften und Aussehen

Kalkstein ist ein Sedimentgestein, das vorwiegend aus Calcit (Calciumcarbonat, CaCO3) besteht. Als „Verunreinigungen“ treten Ton, Sand, Kohle und Bitumen auf. Kalkstein wird in den unterschiedlichsten Farben gefunden, so in  grau, hellgrau, weiß, bräunlich, gelb, rot (Eisenverbindungen), bläulich bis schwarz. Er kann Glas- und Perlmuttglanz aufweisen und auch durchsichtig und durchscheinend sein. In vielen Kalksteinen treten Fossilien bzw. Fossilienreste auf. Je nach Vorkommen  und Entstehung kann der Kalkstein gut geschichtet, derb und dicht, grob bis feinkörnig, locker und porös (Kalksinter), erdig  und mikrokristallin (Kreide),  oolithisch  (Mineralkügelchen durch ein kalkiges oder toniges Bindemittel verkittet) oder kristallin (Marmor, Dolomit) auftreten.

Entstehung und Vorkommen

Kalkstein entsteht meist im Meerwasser, in geringem Umfang aber auch auf dem Festland, z. B. in Seen, Flüssen oder an Quellen. Der Kalk bildet sich entweder direkt durch chemische Ausfällung (selten) oder aus den kalkigen Schalen und Skeletten von Muscheln, Schnecken, Korallen, Schwämmen, Armfüßern oder Algen.  Die Ablagerung von Kalkschichten ist somit häufig ein Indikator der biologischen Aktivität in der geologischen Abfolge. Kalkstein ist sehr verbreitet als Kristall in Gesteinsklüften, auf Erzgängen, als Ablagerung aus Quellwasser, als Sinterbildung sowie als Sedimentgestein.

Anwendung

Kalkstein ist ein wichtiger Rohstoff, der u. a. in der Eisen- und Stahl-, Zement-, Düngemittel- und Glasindustrie Verwendung findet. Auch als Bausteine und Schotter wird Kalkstein häufig eingesetzt. Calcium (zusammen mit Stickstoff, Phosphor und Kalium) ist ein Schlüsselmineral auch für die pflanzliche Ernährung. Kalkstein war für eine lange Zeit das einzig verfügbare Material, um Bauwerke zu errichten und wird auch heute noch häufig für  Häuser und die Herstellung von Skulpturen verwendet. Viele Sehenswürdigkeiten auf der ganzen Welt, darunter die Großen Pyramiden und die damit verbundenen Komplexe in Ägypten sind aus Kalkstein. Die meisten Gebäude in Kingston und Ontario in Kanada wurden aus Kalkstein erbaut.

Kalksteinsorten und verwandte Arten

Chinesischer Blaustein

Eigenschaften und Aussehen

Als Verwandter der Gruppe der Kalksteine ist der chinesische Blaustein ebenso ein Sedimentgestein. Er besteht  überwiegend aus dem Mineral Calcit (Calciumcarbonat: CaCO3). Chinesischer Blaustein ist ein einzigartiger Kalkstein, in seiner besonders schönen weitgehend homogenen und einheitlichen Farbgebung.  Nicht außer Acht lassen sollte man jedoch, dass trotz der guten Witterungsbeständigkeit sich das äußere Erscheinungsbild durch Verblassen ändert. Dies geschieht meist bei polierten Oberflächen. Wie jeder Kalkstein verliert dieser, gegenüber Graniten seine tief dunkle Farbgebung. Bei Bedarf kann chinesischer Blaustein aber wieder aufpoliert und anschließend mit Wachs behandelt werden.

Vorkommen und Gewinnung

Chinesischer Blaustein wird  in großen Blöcken in Steinbrüchen in Nordchina abgebaut. In den letzten Jahren wurde in China viel in die Abbautechnologie von Blaustein investiert. Moderne Fabriken entstanden. Besonderer Wert wurde auf angemessene Bezahlung der Arbeiter und Arbeitsschutz gelegt.

Anwendung

Während der Chinesische Blaustein seit Jahrhunderten Frost gewöhnt ist, ist er sehr hart und daher auch für unsere Breitengrade im Außenbereich uneingeschränkt verwendbar. Blaustein ist damit ein gut geeigneter Stein für Pflastersteine, Platten, Stadt- und Gartenmöbel, sowie Gartenfiguren. Bei letzteren entfaltet sich höchste handwerkliche Kunst. Chinesische Bildhauer erschaffen Skulpturen, welche sich besonders durch ihre Detailtreue auszeichnen.

Dolomit

Eigenschaften und Aussehen

Dolomit  ist ein Karbonat-Gestein und besteht mindestens zu 90 Prozent aus dem Mineral Dolomit (chemische Formel CaMg((CO3)2 (CaCO3•MgCO3)). Ist der Dolomitgehalt geringer, so handelt es sich um einen dolomitischen Kalkstein. Die Farbspektrum reicht von weis, häufig elfenbeinfarben, hellgrau, graugelb bis grüngrau. Im Vergleich zu seinem chemischen Verwandten Kalkstein ist Dolomit etwas härter und spröder.

Entstehung und Vorkommen

Bei der Entstehung von Dolomit verband sich Magnesiumcarbonat (MgCO3) mit Kalkschlamm. Dabei stammt das Magnesium aus eingedicktem Meerwasser. Dies geschah im Bodenwasser, wo aufgrund des hohen Salzgehaltes das schwer werdende Wasser sich nicht mehr mit der Oberfläche austauschen konnte. Das Vorkommen  von Dolomit ist namensgebend in den Dolomiten in der Eifel, im Ostwestfälischen Bergland, auf der Schwäbischen und der Fränkischen Alb, am Harzrand, im Thüringischen Schiefergebirge und in Teilen des Vorspessarts und in den Schweizer Alpen.

Anwendung

Dolomit hat ein große Anwendungsspektrum. Verwendet wird dieser Kalkstein für Bodenbeläge, Natursteinmauern und Trockenmauern, als Randsteine, Palisaden, Gestaltungsstein zum Bau von Stützmauern und als Pflasterstein. Auch zur Herstellung von Skulpturen für den Garten und Wohnbereich kommt Dolomit zum Einsatz.

Marmor

Eigenschaften und Aussehen

Ein weiterer Verwandter des Kalksteins ist der Marmor. Nur Marmor ist härter und dichter und auch witterungsbeständiger als Kalkstein. Marmore können in vielen Farben und Texturen auftreten. Chemisch ist er jedoch dasselbe wie Kalkstein. Empfindlich sind alle Marmore gegen sauren Regen und Säuren. Marmore können in vielen Farben und Texturen auftreten.

Entstehung und Vorkommen

Ursprünglich war Marmor ein dichter Kalkstein, machte jedoch über die Jahre eine Metamorphose durch und zwar im Erdinneren durch Hitze und Druck. Die größere Härte und Dichte ergibt sich aus einer anderen Kristallstruktur und wie beim Dolomit einer Beimischung von Magnesium. Sind Dolomite umgewandelt worden, spricht man von einem „Dolomitmarmor“, welcher die widerstandsfähigere Variante des Marmors ist.  Größere Marmorabbaugebiete befinden sich in Frankreich, Griechenland, Italien, Portugal, Türkei, USA und Kanada.

Anwendung

Sehr begehrt ist Marmor als Boden- und Treppenbelag, sowie als Fliese. Auch als Bordsteinkanten, Sitzbänke oder Pflanzkübel für junge Bäume findet Marmor Anwendung. Die Akzeptanz von Abnutzungserscheinungen wie relativ schnell matte Laufzonen ist eine Frage der Haltung von Personen zu allgegenwärtigen Gebrauchsspuren. Auch für die Herstellung von Marmorfiguren hat sich dieser Naturstein seit altersher bewährt.

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